Agaven in Mexiko
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Mexiko und Deutschland – bilaterale Beziehungen ausbauen lohnt sich

Die geografische Lage Mexikos und der Zugang zum US-Markt durch das Freihandelsabkommen USMCA macht Mexiko für viele internationale Unternehmen zu einem attraktiven Standort. Weiterhin bietet das Land politische Stabilität, freien Handel durch zahlreichen Abkommen, einen großen Binnenmarkt und ein gutes Ausbildungsniveau in technischen Berufen.

Mit einem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1.863 Mrd. US-Dollar im Jahr 2025 und knapp 130 Millionen Einwohnern ist Mexiko nach Brasilien die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und auf Platz 13 im weltweiten Vergleich. Mexiko ist der wichtigste Handelspartner Deutschlands in Lateinamerika und attraktiver Produktions- und Investitionsstandort für die deutsche Industrie – insbesondere für Maschinen, Fahrzeuge, Chemie- und Elektrotechnik.

Nearshoring: Chancen unter neuen Unsicherheiten

Aufgrund der geografischen Nähe zu den USA warb Mexiko in den letzten Jahren erfolgreich für „Nearshoring“, die Verlagerung betrieblicher Aktivitäten ausländischer Unternehmen ins Land, um Logistikkosten zu verringern. Durch die aggressive Zollpolitik der US-Regierung haben sich die Vorteile eines Produktionsstandorts in Mexiko verringert.

Auch die Zukunft des USMCA Abkommens ist unsicher: In diesem Jahr wird das Abkommen von allen drei Mitgliedsländern einer Prüfung unterzogen, ob es in der aktuellen Form bestehen bleibt.

Wirtschaftspolitik unter Präsidentin Claudia Sheinbaum

Mit der Wahl von Claudia Sheinbaum als Präsidentin im Jahr 2024 hat sich der wirtschaftspolitische Kurs Mexikos geändert, vor allem bei Erneuerbaren Energien. Darüber hinaus setzt Mexiko weiterhin auf die Industriezweige Automobil, Elektro, Luft- und Raumfahrt sowie Öl- und Chemie. Wachstumsbranchen sind neben Energie, Maschinenbau und Gesundheitswirtschaft. Produktivitätssteigerungen in der verarbeitenden Industrie und relativ stabile Lohnkosten schaffen Rahmenbedingungen, die Mexiko für Investoren interessant machen.

Außerdem gehört das Land zu den weltweit offensten Märkten und ist über zahlreiche Freihandelsabkommen mit über 50 Ländern eng verbunden – seit dem Jahr 2000 auch mit der Europäischen Union.

EU-Mexiko-Abkommen: Modernisierung als strategische Chance

Nach mehr als einem Vierteljahrhundert modernisieren Mexiko und die Europäische Union im Mai 2026 das Handelsabkommen. Das modernisierte Abkommen schafft im deutsch-mexikanischen Handel ein Plus an Rechtssicherheit und Planbarkeit in einem zunehmend disruptiven Handelsumfeld. Für die deutsche Industrie sind die weitgehende Zollfreiheit, verbesserter Investitionsschutz, erleichterter Zugang zu öffentlichen Aufträgen sowie verbindliche Arbeits- und Umweltstandards von großer Bedeutung.

Darüber hinaus werden in dem Abkommen Regeln zur nachhaltigen Entwicklung festgelegt, dazu gehört auch die Umsetzung des Pariser Klimaschutzübereinkommens.

Innenpolitische Herausforderungen

Mexiko hat auch viele innenpolitische Herausforderungen zu bewältigen. Dazu gehören der hohe Anteil informeller Arbeitskräfte, die nach wie vor weit verbreitete Korruption sowie eine sich verschlechternde Sicherheitslage.

Perspektiven für deutsche Unternehmen

Insgesamt bieten das Potenzial und die Dynamik des mexikanischen Marktes weiterhin attraktive Standortbedingungen für deutsche Unternehmen. Gleichzeitig leisten Investitionen aus Deutschland einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes und sind so auch ein Schlüssel zum Wohlstand in Mexiko. Mehr als 2000 deutsche Unternehmen mit oft über 100-jähriger Geschichte haben dort bereits einen großen wirtschaftlichen und kulturellen Einfluss.

Deshalb nimmt das Land auch seit vielen Jahren einen besonderen Stellenwert in der Länderarbeit des BDI ein. Seit 2019 organisieren BDI und LADW gemeinsam mit den mexikanischen Spitzenverbänden CCE, COPARMEX und CONCAMIN einen CEO Roundtable. Dieser bietet für deutsche und mexikanische Unternehmen eine Plattform für den Austausch wichtiger bilateraler Themen wie Digitalisierung, Klimaschutz sowie Rechtsstaatlichkeit und Transparenz. Der BDI unterstützt auch die Durchführung von BMZ-Projekten zur Förderung von Nachhaltigkeit in Mexiko und den anderen Ländern der Pazifischen Allianz.

Ansprechpartner

Uta Knott

Senior Referentin Internationales
BDI e.V.
Personalfoto Uta Knott